Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Ortsverein Aumühle
Fragen und Antworten zur Bahnquerung Friedrichsruh
Acht Fragen und unsere Antworten als
Grundlage für unseren Antrag in
der Gemeindevertretung vom 13. Dez. 2001
In den Diskussionen um unsere Alternativvorschläge zur Brückenlösung
in Friedrichsruh wurden Fragen gestellt, die wir hier noch einmal zusammenfassend
beantworten möchten.
1. Welche Folgen der Brückenlösung werden befürchtet?
Die geplante Straßenbrücke in Friedrichsruh wird erheblichen zusätzlichen
Verkehr anziehen. Außerdem kommen noch LKWs (bis 40t) dazu, die bis
heute wegen der schmalen Schlucht die Strecke nicht benutzen dürfen.
Dies wird sich nachteilig auf die Ruhe und Lebensqualität auswirken.
2. Ist nur Friedrichsruh von den negativen Auswirkungen der Brückenlösung
betroffen?
Schon heute klagen Anlieger in Aumühle entlang der L 208 und L 314 (Gebiete
Kuhkoppel, Müllerkoppel, Rehkoppel) über erheblichen Lärm.
Die Lärmbelästigung wird durch die Brückenlösung stark
zunehmen. Deshalb sind nicht nur die Friedrichruher betroffen, sondern auch
die Anlieger in Aumühle sowie den Nachbargemeinden.
3. Wird nicht durch den zukünftigen Ausbau der A21 das Verkehrsproblem
entschärft?
Mit der Fertigstellung des Ausbaus der B404 zur A21 ist erst in 10 bis 20
Jahren zu rechnen. Die Brücke über die Bahn würde also für
lange Zeit eine Sogwirkung auf den Verkehr ausüben. Die geplante Schwerlastabgabe
kann dazu führen, dass LKWs nicht die Autobahn, sondern andere Strassen
benutzen.
4. Können nicht auch bei der großen Brückenlösung
Lärmschutz und Verkehrsberuhigung vorgesehen werden?
Wird die Brücke gebaut, wird diese entsprechend den Anforderungen an
Landesstraßen auf Schwerlastverkehr bis 40 Tonnen ausgelegt. Das Verkehrsministerium
hat deutlich gemacht: Wenn Millionenbeträge aus Steuergeldern für
eine neue Bahnquerung ausgeben werden, dann muss die Brücke auch uneingeschränkt
nutzbar sein. Verkehrsberuhigungs-Massnahmen aus politischen Motiven haben
laut Aussage des Verkehrsministeriums keine rechtliche Verbindlichkeit. Das
ist zwar zu bedauern, macht aber deutlich, dass Hoffnungen auf eine Begrenzung
des LKW-Verkehrs im Rahmen der Brückenlösung kaum erfüllbar
sind. Lärmschutzwände sind sicherlich machbar, die Kosten dafür
müssten aber dann hauptsächlich von der Gemeinde Aumühle übernommen
werden, wenn keine "wesentliche Änderung" eintritt. Außerdem
würden solche Wände keinen schönen Anblick bieten. Es ist besser,
die Entstehung von Lärm zu verhindern, als ihn einzudämmen.
5. Wird der Verzicht auf die Brückenlösung nicht zu teuer für
die Gemeinde?
Die Alternative zur großen Brückenlösung ist eine auf den
innerörtlichen Verkehr beschränkte Gemeindestraße. Aber auch
diese ist nur mit Hilfe von Land, Bahn und evtl. Bund sowie Nachbargemeinden
zu finanzieren und zu unterhalten. Signale hierzu sind vorhanden. Nach Berechnungen
des Bürgermeisters reduziert die kleine Lösung die Gesamtkosten um ca.
10 Millionen DM. Sicherlich wird es langfristig gesehen für den Aumühler
Haushalt zu Mehrbelastungen kommen. Kosten von jährlich ca. 25.000 EURO für
Instandhaltung und Rücklagen erscheinen uns für die Aufrechterhaltung
bzw. Verbesserung der Wohnqualität angemessen.
6. Soll die touristische Anbindung von Friedrichsruh eingeschränkt
werden?
Zufahrten zu den touristischen Zielen in Friedrichsruh und der örtliche Durchgangsverkehr
sind auch bei den Alternativvorschlägen berücksichtigt. Es geht
nicht um die Eindämmung des touristischen Verkehrs. Im Gegenteil, die
Brücke und die Lärmschutzwände werden sich äußerst
negativ auf das Ortsbild und damit auf die Attraktivität von Friedrichsruh
als touristisches Ziel auswirken.
7. Welche Auswirkung hat die Alternativlösung auf Natur und Umwelt?
Wir meinen, dass die Eingriffe in die Natur durch die Brückenlösung,
bei der grossse Waldflächen zugunsten der Straßenverlegung gerodet
werden müssen, weitaus größer sind als bei der von der SPD
favorisierten Alternative.
8. Ist nicht bereits alles zu Gunsten der Brückenlösung entschieden?
Das Verkehrsministeriums in Kiel ist zur Zeit noch für Alternativen offen.
Allerdings muss die Gemeinde ihre Vorstellungen hierzu formulieren. Es besteht
also dringender und kurzfristiger Handlungsbedarf von Seiten der Gemeinde,
sonst wird die bisher geplante große Brückenlösung mit all
ihren negativen Auswirkungen realisiert. Die Zeit drängt!
Stand:
1. Dezember 2001
(Reinhard Röseler)
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